Wie man im Kapitel "Betriebsarten" gesehen hat, stehen dem Funkamateur eine große Bandbreite
an Betriebsmöglichkeiten zur Verfügung. Dies können aber nicht immer und überall
eingesetzt werden.
Kurzwelle (bis 30 MHz)
Auf Kurzwelle sind ohne Hilfsmittel, nur mit dem eigenen Sender und der eigenen Antenne Kontakte
rund um den Globus möglich. Aber der zur Verfügung stehende Platz (Frequenzen) ist
im Vergleich mit UKW relativ schmal und erfordert Betriebsarten, welche platzsparend und störungsarm
sind. Es bieten sich hierzu Telegraphie, Sprechfunk in SSB, Fernschreiben, sowie Fax und SSTV an.
ATV ist absolut nicht geeignet, denn Bandbreiten von 10 MHz sind keine Seltenheit und somit
hätten im gesamten Kurzwellenbereich gerade mal 3 Stationen Platz.
Im allgemeinen arbeitet man im KW-Bereich nicht mit den unten beschriebenen Umsetzer oder
Satelliten, jedoch gibt es gerade im 10 Meter-Band einige Umsetzer auf der ganzen Welt, die mit
Frequenz-Modulation arbeiten und auch der Zugang so niedrigfliegenden Amateurfunk-Satelliten
ist hier möglich.
UKW (ab 30 MHz)
Auf UKW sind die Ausbreitungsmöglichkeiten für Funkwellen ein wenig eingeschränkt,
und sinken mit steigender Frequenz. Jedoch sind im 6-Meter-Band (50 MHz) weltweite Kontake möglich
und selbst im 2-Meter-Band (144 MHz) sind Kontakte über eine Distanz von 1.000 bis 1.500
Kilometern ohne signalverstärkende Einrichtungen erreichbar.
Amateurfunk-Umsetzer
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Amateurfunk-Umsetzer oder auch Relais genannt, findet man vorwiegend im UKW-Bereich. Sie wurden
primär eingerichtet, um mobilen und portablen Funk-Stationen eine Erhöhung ihrer
Reichweite zu geben, welche normalerweise durch Hindernisse wie Berge oder hohe Gebäude
beträchtlich verkürzt wird. Je höher nun der Umsetzer steht, desto größer
ist die Reichweite, die bei dem Betrieb über diesen erreicht werden kann. Der höchste
Umsetzer Deutschlands steht auf der Zugspitze auf ca. 2.900 Meter über NN.
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Amateurfunk-Satelliten
Man nehme einen Amateurfunk-Umsetzer, setze ihn in einen kleinen Kasten, schraube ein paar Düsen
daran und schieße diesen mittels einer Rakete in den Weltraum. Dies ist kurz gesagt die Beschreibung eines
Amateurfunk-Satelliten. Man hat also einen Weg gefunden, einen Umsetz noch höher als die
höchsten Berge zu bringen.
Amateurfunk-Satelliten werden von privaten Amateurfunk-Vereinigungen (AMSAT) gebaut und zum
Beispiel durch die ESA (European Space Agency) in den Weltraum geschossen. Berühmt geworden
ist die OSCAR-Serie (Orbit Satellite Carrying Amateur Radio), von welcher in den nächsten
Monaten der 13. Satellit in den Raum befördert wird.
Über einen Satelliten können weltweite Verbindungen auch von Inhabern einer
reinen UKW-Genehmigung erfolgreich getätigt werden. Da Amateurfunk-Satelliten meist in einer
elliptischen Umlaufbahn um die Erde fliegen, also nicht geo-stationär, ist es Funkamateuren
aus aller Welt möglich, diese Umsetzer zu benutzen.
Weltraumfunk
Seit den ersten Flügen des amerikanischen Space-Shuttle sind in regelmäßigen
Abständen Funkamateure an Bord und kommunizieren mit den zu Hause gebliebenen. So auch
die ersten Deutschen im All, Dr. Ulf Merbold und Dr. Reinhard Furrer, welche in der
D1-Mission sowohl eine automatische Funkstation betrieben (eine Art Anrufbeantworter am Funkgerät)
als auch Sprechfunk mit Funkamateuren auf der Erde. Von der russischen Raumstation MIR
wurde regelmäßig Amateurfunk-Betrieb durchgeführt und zwar per Sprechfunk, als
auch per SSTV-Übertragung.
Noch höher hinaus geht der EME-Verkehr (Erde-Mond-Erde). Hierbei werden die Antennen
direkt auf den Mond ausgerichtet um diesen als Reflektor für Funksignale zu nutzen.
Soweit die entsprechende Ausrüstung vorhanden ist (große Sendeleistung, gute
Antennen) klappt das auch vorzüglich, immerhin ist der Mond ca. 400.000 km von der
Erde entfernt.
Die größte Reichweite im Amateurfunk hat man jedoch erreicht, in dem man eine
Sonde, welche zum Planeten Mars fliegt, mit einem Amateurfunk-Sender ausgerüstet hat.
Selbst in einer Entfernung von mehreren Millionen Kilometern konnten deren Signale auf
der Erde von Funkamateuren noch aufgefangen werden.
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