Open Air Festival |
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Die bisher aufgeführten Sicherungs-Aufgaben waren relativ einfach und stellen keinen
besonders hohen Anforderungen an Mensch und Material. Anders nun bei folgendem Einsatz.
Eine Großveranstaltung wie ein Open-Air-Konzert stellt für die
Sicherungskräfte eine extrem große Belastung dar. Hohe Anforderungen werden
insbesondere an die eingesetzten Kommunikationsmittel gestellt. Hier können wir das
Zusammenspiel zwischen verschiedenen Hobbyfunk-Anwendungen beobachten. Aufgabe:
Für ein Open-Air-Konzert in einem Fußballstadion werden zwischen 5.000 und
10.000 Besucher erwartet. Parkplatzeinweisung, Geländesperrung und die
Unterstützung der Polizei bei der Verkehrsregelung sind die Aufgaben der SK. Personal und Material: Die Anzahl der SK hängt von den Anforderungen im konkreten Fall ab, schätzungsweise werden aber ca. 20 bis 30 SK benötigt. Es werden drei Gruppen und damit drei Funkkreise gebildet (siehe unten). Jede Gruppe muss über eine eigenen Funkkanal bzw. eine unterschiedliche Funkanwendung benutzen. Hierfür werden CB-Funk, FreeNet und PMR446 eingesetzt. Es wird eine Funkzentrale gebildet, welche mit drei SK besetzt wird. Diese wird mit Geräten für alle drei Funkkreise ausgestattet, ebenso der Einsatzleiter welcher zur gesonderten Verfügung steht. Zusätzliches Personal (Springer, mindestens zwei) stehen auf Abruf bereit. Jede SK benutzt einen Rufnamen, welcher aus dem Funkkreis (bezeichnet mit Buchstaben) und einer Postennummer gebildet wird z.B. A5 für den 5. Posten im Funkkreis A (Parkplatzeinweisung). Die Zentrale hält Listen, mit Namen, Rufzeichen und Standort der SK vor. Ersatzgeräte, Antennen und Batterien stehen im Bereich der Zentrale bereit, und können durch Springer überbracht werden. Durchführung der Aufgabe: Die eingeteilten Gruppen (Funkkreise) werden an Ihre Standorte eingewiesen, und bekommen ihre Rufzeichen zugeteilt. Jede Gruppe übernimmt eine spezielle Aufgabe:
a) Parkplatzeinweisung:Die SK auf den Parkplätzen sorgen nur für die ungehinderte Zufahrt zu den Parkplätzen und verständigen bei gefüllten Parkflächen die Zentrale, welche die Gruppe B benachrichtigt, um die Verkehrslenkung dementsprechend zu gestalten. Die SK sollten sich zur besseren Übersicht Fahrräder benutzen. So kann sich schnell ein Überblick über die gesamte Parkfläche verschafft werden. b) Verkehrslenkung: Die SK arbeiten Hand in Hand mit den eingesetzten Polizeikräften, und geben diesen Hinweise über freie und belegte Parkflächen. Die Verkehrslenkung muss der Polizei überlassen werden. Die SK erhalten ihre Informationen direkt von der Zentrale. c) Geländesicherung und Zufahrtskontrolle: Die SK der Gruppe C überwachen die direkten Zufahrten zu dem Veranstaltungsgelände. Hierbei müssen Fahrzeuge der Veranstalter, Sicherheitskräfte und Verpflegungsfirmen durchgelassen werden. Konzertbesucher dürfen nicht mit dem KFZ einfahren. Ebenso erfolgt die Überwachung von Motorrad- und Fahrrad-Stellplätzen.
d) Aufgaben der FunkzentraleDie Funkzentrale sorgt für einen reibungslosen Funkverkehr durch Überwachung der Funkkreise und Übermittlung von Nachrichten zwischen unterschiedlichen Funkkreisen. Auftauchende Probleme werden dem EL gemeldet. Ebenso werden die Fahrten der Verkehrslenkung und der Springer geleitet und koordiniert. d) Aufgaben des Einsatzleiters Der Einsatzleiter muss den Überblick über alle eingesetzten SK behalten und für einen Kontakt mit Rettungsdienst, Feuerwehr und Polizei sowie dem Veranstalter sorgen. Probleme (z.B. funktechnischer Art) werden vom EL aufgenommen und bearbeitet, in dem z.B. ein Springer Ersatz für ausgefallene Funkgeräte den SK zukommen lässt. Wichtig ist ganz besonders das Einhalten einer strengen Funkdisziplin. Die SK müssen unbedingt vor Beginn des Einsatzes entsprechend informiert und geschult werden. Alle SK müssen einen kompletten Einsatzplan (Verteilung der SK, Funkkreise, Standorte etc.) erhalten. Besonders ist darauf zu achten, das jede SK sich nur am Funkverkehr seines zugeteilten Funkkreises beteiligt. Auf keinen Fall darf eigenmächtig ein Kontakt zu einem benachbarten Funkkreis hergestellt werden. Informationen müssen immer über die Funkzentrale laufen.
Erfahrungen aus der Praxis:Eine solche Veranstaltung ist ein komplexes Unternehmen und erfordert eine gute Disziplin von allen Teilnehmern. Entsprechende Schulung und Einweisung der SK sollte ein bis zwei Tage vor der eigentlichen Veranstaltung abgehalten werden. Ebenso ist ein Test und Kontrolle der eingesetzten Funkgeräte und Fahrzeuge durchzuführen. Die eigentliche Steuerung des Einsatzes geschieht durch die Funkzentrale, unterstützt vom Einsatzleiter. Dabei müssen alle Funkkreise in der Zentrale ständig überwacht werden. Außenstehende Funker sind durch höfliche Bitten zum Frequenz- bzw. Kanalwechsel zu bewegen. Ein Frequenzwechsel innerhalb eines Funkkreises sollte während der Veranstaltung unbedingt vermieden werden. Erfahrungsgemäß gehen hierbei 10 bis 20 Prozent der SK "verloren". Schlüsselwörter für den Funkbetrieb wie "NOTFALL" oder "EILMELDUNG" sind im Voraus zu vereinbaren. Die Praxis hat gezeigt, das solche Veranstaltungen nur von erfahrenen SK durchgeführt werden können. Nachwuchs und "Jung-Funker" sind höchstens als Begleitung einsetzbar, aber niemals eigenständig. |